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Die Geschichte Istanbuls - Teil 3:
Konstatinopel bis zur osmanischen Eroberung (1453)

Byzanz
Konstantinopel 1
Konstantinopel 2
Istanbul in osmanischer Zeit 1
Istanbul in osmanischer Zeit 2
Istanbul im neuen türkischen Staat

Konstantinopel ab 976 n. Chr.

Kaiser Basilios II. (976-1025), auch „der Bulgarentöter“ genannt, führt das byzantinische Reich zu einem weiteren Höhepunkt. Mit eiserner und nicht selten auch grausamer Strenge beherrscht er als mächtigster Kaiser der makedonischen Dynastie ein Gebiet, das von Unteritalien bis nach Armenien reicht. In der Schlacht von Kleidion (nahe Petritsch, Bulgarien) besiegt er am 29. Juli 1014 das bulgarische Heer und lässt 14 000 überlebende Bulgaren blenden. Nach seinem Tod beginnt langsam aber unaufhaltsam der politische Verfall des Landes. Kaiser Konstantin VIII. (1025-1028) kann den Glanz zwar noch einigermaßen halten, seine Tochter Zoë stolpert jedoch von einer Katastrophe in die andere. Sie heiratet als Kaiserin nacheinander Romanos III. (1028-1034), Michael IV. (1034-1041) und Konstantin IX. (1042-1054). Nicht immer führt Erfahrung zwangsläufig zum Erfolg: in dieser Zeit muss das byzantinische Reich enorme Gebietsverluste hinnehmen. Auch das Verhältnis zur katholischen Kirche verschärft sich zunehmend.

Zum Eklat zwischen der griechisch-orthodoxen Ostkirche und der römisch-katholischen Westkirche kommt es durch die „große Schisma“ im Jahre 1054. Papst Leo IV. Und der Patriarch von Konstantinopel Michael Kerrularios, die beide den Universalanspruch für ihre Kirchen erheben, belegen sich gegenseitig mit einem Bann. Zur Versöhnung kommt es erst im Jahre 1965 zwischen Papst Paul VI. (1963-1978) und Patriarch Athenagoras.

Am 26.08.1071 müssen die Byzantiner eine empfindliche Niederlage gegen die Seldschuken hinnehmen. Unter Alp Arslan (1063-1072) können die Seldschuken das Heer unter Romanos IV. Diogenes (1068-1071) bei Manzikert (heute Malazgirt, Provinz Muş, etwa 50km nördlich des Vansees) vernichtend schlagen. Sie ermöglichen somit verschiedenen Turkvölkern, allen voran den Oghusen und den Turkmenen die Einwanderung. Ein Ereignis, das den Geschichtsverlauf entscheidend beeinflusst hat.

Mit Kaiser Alexios I. Komnenos (1081-1118) gelangen die Komnenen an die Macht (bis 1185). Gleich nach seinem Amtsantritt kommt es zu ersten Überfällen der Normannen. Alexios holt sich Hilfe aus Italien. Mit der herbeigerufenen Unterstützung aus Genua, Pisa und Venedig gelingt es ihm die Feinde zurückzuschlagen und die Ordnung wiederherzustellen. Im Gegenzug billigt der Kaiser den Italienern im Jahre 1082 umfangreiche Handelsrechte und steuerliche Vergünstigungen zu, was ihnen rund 100 Jahre später noch zum Verhängnis werden sollte. 1096 zieht der erste Kreuzzug ohne besondere Vorkommnisse durch Konstantinopel vorbei. Kaiser Johannes II. regiert von 1118 bis 1143.

Unter Manuel I. Komnenos (1143-1180) erlebt Konstantinopel erneut friedliche und glanzvolle Tage, auch wenn er am 17. September 1176 bei Myriokephalon (am Beyşehir See, Provinz Isparta) eine Niederlage gegen die Seldschuken unter Kılıç Arslan II. (1156-1192) erleiden muss. Auch der zweite Kreuzzug passiert die Stadt. Unter seinem Nachfolger Alexios II. (1180-1183) kommt es im Jahre 1182 zum „Lateinerprogrom“. Einheimische Kaufleute, die sich von den Italienern übervorteilt sahen, provozieren Unruhen hervor, bei denen fast alle „Lateiner“ ums Leben kommen.
Andronikos I. regiert von 1183-1185 als letzter Kaiser der komnenischen Dynastie.

Erster Kaiser der Angeloi wird im Jahre 1185 Isaak II., bis er 1195 zunächst von seinem Bruder Alexios III. Angelos verdrängt wird. Möglicherweise ohne sein Wissen (hier widersprechen sich die Quellen) ersucht Isaaks Sohn Alexios die Kreuzfahrer, die vornehmlich von Venedig finanziert wurden und gerade den vierten Kreuzzug planten, um Hilfe. Diese hatten mit Konstantinopel ohnehin noch eine Rechnung offen und ließen sich gegen geringes Entgelt auf ihren Weg nach Jerusalem zu einem kleinen Umweg überreden. Angeführt von dem 95-jährigen venezianischen Dogen Enrico Dandolo schlagen die Kreuzfahrer Alexios in die Flucht und übergeben Isaak II. erneut das Kaiserliche Zepter. Spätestens jetzt, da die hilfsbereiten Italiener den vereinbarten Lohn einforderten, fiel Vater und Sohn auf, dass der Onkel auf seiner Flucht nicht versäumt hatte, den Staatsschatz mitzunehmen. Die erbosten Kreuzritter plünderten daraufhin Konstantinopel drei Tage lang, töteten viele ihrer Einwohner und raubten unzählige Kunstschätze, darunter Ikonen von unermesslichen Wert und bis zum heutigen Tage verschollene Reliquien. Die Sieger teilen das byzantinische Reich in mehrere Kleinstaaten auf und ein lateinisches Kaiserreich wird ausgerufen. In Konstantinopel selbst leben zu dieser Zeit noch gerade einmal 50 000 Seelen. Es entstehen die Exilreiche Nikaia, Trapezunt und das Despotat Epirus.

Erst im Jahre 1261 gelingt Michael III. Palaiologos die Rückeroberung Konstatinopels. Es ist der Beginn der letzten byzantinischen Dynastie, der Palaiologen. Für ihre Unterstützung bekommen die Genuesen den Stadtteil Galata zugesprochen. Mit den Palaiologen übernehmen erneut griechische Kaiser die Geschicke der Stadt, sie bleiben jedoch von den Italienern abhängig, vor allem von Genua und Venedig. Zur Mitte des 13. Jahrhunderts leben erneut rund 100 000 Menschen in Konstantinopel.

1299 erklärt sich Osman I. für unabhängig und gründet östlich von Bursa sein winziges muslimisches Reich. Das Gebiet, das Osman im Jahre 1300 für sich beansprucht erstreckt sich gerade einmal über eine Fläche von 1500 km² (zum Vergleich: heute hat die Stadt Istanbul eine Fläche von rund 1800 km²). Konstantinopel wird zur gleichen Zeit von Pest und Erdbeben erschüttert. Osmans Sohn Orhan gelingt 1326 die aus langer Hand geplante Eroberung Bursas, in der folgenden Jahren fallen 1331 Nikaia (Isnık), 1337 Nikomedeia (Izmit) und 1354 das damals noch vollkommen unbedeutende Angora (Ankara). 1361 können die Osmanen nahezu ungehindert die Dardanellen überqueren 1402 treibt der Mongole Timur Lenk (genannt „der Hinkende“) in der Region sein Unwesen und besiegt den osmanischen Sultan Beyazıt, den er nach Doğubayazıt in Verbannung schickt.

Im Jahre 1422 wird das durch Pest, Erdbeben und Bürgerkriege geschwächte Konstantinopel unter Sultan Murât II. erstmalig von den Osmanen belagert. Der byzantinische Kaiser Johannes VIII. (1425-1448) tritt zum Katholizismus über und erbitten vergeblich Rom um Unterstützung. Am 29. Mai 1453 gibt Sultan Mehmet II. (1451-1481, genannt „Fatih“, der Eroberer) nach 54tägiger Belagerung den Befehl zum Großangriff. Kaiser Konstantin XII. (1448-1453) kann den 80 000 osmanischen Kriegern gerade einmal 20 000 geschwächte Mann entgegenstellen. Er selbst fällt bei der Schlacht an vorderster Front. Nach gut 900 Jahren ist das Ende Konstantinopels und somit Ostroms besiegelt. Eine neue Ära kann beginnen...

Teil 4 (Istanbul in osmanischer Zeit bis 1730)


   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
     
     
     
     
     
     
 
 
     
 
 
 

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