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Die Geschichte Istanbuls - Teil 2:
Konstatinopel bis zum Beginn der makedonischen Dynastie (867)

Byzanz
Konstantinopel 1
Konstantinopel 2
Istanbul in osmanischer Zeit 1
Istanbul in osmanischer Zeit 2
Istanbul im neuen türkischen Staat

Konstantinopel ab 330 n. Chr.

Mit Konstantin begann die Ära des byzantinischen Reiches. Er ließ seine Hauptstadt umfangreich erweitern und befestigen. Konstantinopel avancierte schon sehr bald zu einem der bedeutendsten kirchlichen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Zentren. Mit seinen Nachfolgern, Konstantios (337-361), Julian Apostata (361-363), Julianus (363-364) und Valens (364-378) gewann die christliche Kirche mehr und mehr an Einfluss, bis schließlich Kaiser Theodosius I. (ebenfalls „der Große“ genannt) im Jahre 391 das Christentum zur alleinige Staatsreligion erhob. Theodosius ließ alle nichtchristlichen Kulte verbieten und sämtliche heidnischen Tempel dem Erdboden gleich machen. Im Laufe seiner Regierungszeit erwies sich Theodosius als genialer Herrscher und Stratege, dem es mit viel Diplomatie gelang, Konflikte bereits im Keim zu ersticken. So konnte er die Gefahr durch die einfallenden Goten abwenden, indem er ihnen Land und Niederlassungsrecht zubilligte und wichtige Bündnisse mit ihnen schloss.

Nach seinem Tod im Jahre 395 kommt es zunächst zu Erbstreitigkeiten zwischen seinen Söhnen, die letztendlich zu einer Aufteilung des Reiches führen. Arkadios (395-408) übernimmt die Herrschaft über das Oströmische Reich zu dessen Hauptstadt er sogleich Konstantinopel erhebt. Unter Theodosius II. (408-450) wird Konstantinopel weiter ausgebaut. Das Stadtgebiet wird auf 14 km² vergrößert und eine 6,5 lange Befestigungsmauer, die bis heute noch in weiten Teilen erhalten ist, entsteht zum Schutz gegen Attilas Hunnentruppen. Als ein Erdbeben die gerade fertiggestellte Mauer im Jahre 447 zerstört, lässt der Kaiser sie in nur zwei Monaten neu errichten. Eine solide Leistung, die sich so mancher moderne Baumeister der Stadt zum Vorbild nehmen könnte. Am Marmarameer entstehen gewaltige Seemauern.

Mit Justinian (527-565) erreichte das Byzantinische Reich seine größte Ausdehnung, in das zeitweise sogar weite Teile Italiens eingegliedert wurden. Letztmalig gelang es dem Kaiser beide Teile des Reiches zu vereinigen. Justinian herrschte erstmalig und uneingeschränkt über Kirche und Staat. Nach einem Großbrand ließ er die Bereiche zwischen der Irenenkirche und dem kaiserlichen Palast vollständig wiederaufbauen. Unter seiner Regierungszeit entstanden Monumentalbauten, wie die Hagia Sophia („Kirche der heiligen Weisheit“) oder die Zisternenbasilika. Zum Zeitpunkt seines Todes lebten rund 500.000 (!) Menschen in Konstantinopel.

Nach Justinian übernahmen Justinian II. (565-578), Tiberios I. (578-582), Maurikios (582-602) und von 602 bis 610 Phokas die Geschicke des Reiches. Diese konnten jedoch an die Erfolge der Vorgänger nicht anknüpfen, konzentrierten sie sich doch vielmehr auf ihre Machterhaltung als auf die Reichserhaltung. Kaiser Herakleios (610-640) wiederum kann dem Verfall Einhalt gebieten. Er leitet umfangreiche Reformen ein, u.A. wird Griechisch statt Latein offizielle Reichssprache. In der Folgezeit hatte das Reich mit Angriffen von Awaren, Slawen und Persern zu kämpfen. Auch die Araber trieben gleich zweimal (674-678 und 717-718) in der Region ihr Unwesen, konnten jedoch gottlob Konstantinopel keinen Schaden zufügen. Zu allem Überfluss wurde Konstantinopel noch durch die Pest geschwächt. Die Folge war ein dramatischer wirtschaftlicher Rückschlag.

Mit dem Beginn der syrischen Dynastie (717-802) kam es zum blutigen Bilderstreit, einer Auseinandersetzung zwischen der katholischen Kirche und dem byzantinischen Kaiser um die Verehrung Gottes und göttlicher Kräfte in bildlichen Darstellungen. Kaiser Leo III. (717-741) unterstütze die Bilderstürmer (Ikonoklasten), Kaiser Konstantin V. (741-775) wiederum ordnete im Jahre 754 ein Konzil gegen die Bildervernichtung an. Ihm folgten Leo IV. (775-780), Konstantin VI. (780-797), Kaiserin Irene (797-802), deren Nachfolger Nikephoros I. (802-811) im Kampf gegen die Bulgaren fällt.

Zu einem Ende des Konflikts, dem zahlreiche Menschenleben und Kunstwerke von unschätzbaren Wert zum Opfer fielen, bedurfte es jedoch dem Machtwort einer Frau: die Kaiserwitwe Theodora lässt im Jahre 843 die Bilderverehrung endgültig wieder zu. Kaiser Michael III. (842-867) treibt während seiner Amtszeit die christliche Missionierung der Slawen voran und dehnt somit das byzantinische Reich weiter in den slawischen Raum aus. Mit Basileios I. (867-886) beginnt die makedonische Dynastie (bis 1057). Es ist die Blüte der kaiserlichen Machtentfaltung, auch das Reich selbst erlebt einen weiteren Höhepunkt. Angriffe der Araber, Bulgaren, Perser und Russen stellen unter Basileios und seinem Nachfolger Leo VI. (886-912) keine ernstzunehmende Bedrohung dar.

Teil 3 (Konstantinopel bis zu seiner Eroberung)


   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
     
     
     
     
     
     
 
 
     
 
 
 

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