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Türkei - Die Moschee und das Krankenhaus von Divriği

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Begründung der Aufnahme (1985):

  • Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft
  • Erbe von besonderer menschheitsgeschichtlicher Bedeutung

Einführung und geschichtlicher Überblick
Fotoarchiv Divriği

Divriği - Einführung und geschichtlicher Überblick

Das kleine Örtchen Divriği (Tephrike) liegt 1250 m über dem Meeresspiegel, ca. 180 km südöstlich von Sivas im Tal des Çaltı Çayı, der etwa 35 km östlich der Stadt in den Euphrat mündet. Zahlreiche historische Bauten unterschiedlichster Epochen, lassen den einstigen Glanz der Stadt erahnen. Wer in Divriği übernachten will, muss auf jeglichen Komfort verzichten. Es gibt zwei ziemlich heruntergekommene Hotels, das Ninni und das Belediye. Die Zimmer verfügen weder über Duschen noch Toiletten, Frühstück gibt es ebenfalls keines im Haus. Wer jedoch bereit ist, diese Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen, wird fürstlich belohnt. In Mitten einer Traumlandschaft, fernab jeglicher Art von Massentourismus, bieten sich in Divriği zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern, Faullenzen oder die geschichtsträchtigen Bauwerke der Stadt und deren Umgebung zu bewundern.

Über die frühe Geschichte der Stadt ist nur wenig bekannt. Einige Funde aus der Region lassen jedoch darauf schließen, dass hier bereits zur Zeit der Hethiter eine Siedlung existierte. In der Antike war Divriği unter dem Namen "Tephrike" bekannt. In griechischen Quellen wird die Stadt auch "Apbrike" genannt. Im 9. Jahrhundert siedelten sich in Divriği die Paulikianer an, eine radikale christliche Sekte. Diese Ikonoklasten lehnten auch das Kreuz als Symbol für das Christentum ab, da sie es als ein heidnisches Folterinstrument ansahen.

Nach der verhehrenden Niederlage der Byzantiner im Jahre 1071 übernahmen die Mengücikiden die Macht in der Stadt. Diese konnten sich knappe zwei Jahrhunderte in der Region behaupten, bis sie schließlich im Jahre 1275 das Zepter (unblutig) an die Seldschuken weiterreichten, die sich zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon in der Region breitgeschlagen hatten.

Heute ist die Stadt Divriği mit ihren rund 25 000 Einwohnern das wichtigste Abbaugebiet für Eisenerze im Land und somit ein wichtiger wirtschaftlicher Standort. Wer auf ein Erlebnis der besonderen Art aus ist, setzt von Divriği seine Reise mit dem Zug fort. Nicht viel schneller, als eine Straßenbahn (eher langsamer) schlängelt sich die Bahn durch die gewaltigen Ausläufer des ostanatolischen Berglandes. Für die Strecke von Divriği nach Erzurum (knapp 400 km) benötigt die Bahn gute zehn Stunden.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind zweifelsohne die Große Moschee (Ulu Cami) mit dem angebauten Krankenhaus (Darüşşifa). Im Jahre 1229 ließ der Sultan Ahmet Şah Mengüçoğlu die prächtige Moschee durch zwei armenische Architekte erbauen, 1240 stiftete seine Frau, Turan Malik, das Krankenhaus. Besonders beeindruckend sind die drei Eingangsportale der Moschee, sowie das Portal des Krankenhauses. Seit 1985 werden die beiden Bauwerke auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO geführt. Nicht weit oberhalb der Moschee liegen die Zitadelle sowie die sehr gut erhaltene Kale Moschee (Kale Camii) aus dem Jahre 1180. Von hier oben aus eröffnet sich ein malerischer Blick auf das Tal des Çaltı Çayı. Unterhalb der Moschee befinden sich zwei seldschukische Türben (islamische Grabbauten) aus dem 12. Jahrhundert.

 

Die Ulu Cami in Divriği Die Ulu Cami in Divriği
Die Ulu Cami in Divriği Die Ulu Cami in Divriği
Divriği Die Ulu Cami in Divriği
Die Ulu Cami in Divriği Die alte Festung Divriği
Divriği Die Ulu Cami in Divriği
Das Hotel Değer in Divriği Naib Kümbeti (Grabstätte) in Divriği
Die Ulu Cami in Divriği Moschee in Divriği
Eisenbahnwagon am Bahnhof von Divriği Irgendwo im Nirgendwo unweit von Divriği
Die Ulu Cami in Divriği Die Ulu Cami in Divriği
Die Ulu Cami in Divriği Die Ulu Cami in Divriği
Die Ulu Cami in Divriği Divriği
Die alte Festung Divriği Die Ulu Cami in Divriği
   
   
   
   
   
     
     
     
     
     
     
     
 
 
     
 
 
 

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