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Dortmund, die ehemalige Kulturhauptstadt Europas voller Leben

Dortmund, mehr als nur Fußball

Die rund 580.000 Einwohner zählende Stadt Dortmund ist einigen vor allem auf Grund ihres Fußballvereins bekannt. Aber Dortmund bietet mehr, viel mehr als den BVB. In Dortmund mag keine Langeweile aufkommen, sei es für den Geschäftsmann, den Sportler oder Sportsfreund, den Kulturinteressierten oder einfach nur den Urlauber, der entspannt die Tage genießen oder in den Nächten feiern will. Dortmund steckt voller Leben und Lebenslust, davon zeugen nicht nur die zahlreichen Museen, Galerien und Theater. Nicht vollkommen umsonst war Dortmund im Jahre 2010 gemeinsam mit einigen anderen Städten der Region Kulturhauptstadt Europas. Keineswegs wollen wir den berühmten und gefürchteten Fußballverein an dieser Stelle kleinreden. Doch die Geschichte Dortmunds begann bereits rund 1100 Jahre vorher.

Die Geschichte Dortmunds – von den Anfängen bis zum Hochmittelalter

Wie einige Ausgrabungen belegen, war das Gebiet um die heutigen Dortmunder Stadtteile Oespel und Marten bereits in der Jungsteinzeit (demnach vor etwa 12.000 Jahren) besiedelt. Zum ersten Mal als „Trutmania“ urkundlich erwähnt wurde Dortmund hingegen erst im Jahre 885 (anderen Quellen zufolge 884) in der sogenannten Urbar des Klosters Werden. Jedoch bereits rund 100 Jahre zuvor rückte das Gebiet mehr und mehr in den Mittelpunkt politischer Ereignisse, hauptsächlich ausgelöst durch den Beginn der Sachsenkriege im Jahre 772. Bereits fünf Jahre später, im Jahre 900, bekam Dortmund von den Karolingern Marktrechte verliehen. Mangels zuverlässigen Quellen liegen die folgenden Jahre bis zum Tode von König Ludwig dem Kind im September 911 größtenteils im Dunkeln. König Ludwig der IV. , genannt „Kind“ war der letzte Herrscher über das Gebiet aus dem Hause der Karolinger. Somit ging das königliche Zepter im Jahre 919 durch die Wahl Heinrichs I. zum Monarchen an die Sachsen, was der Stadt einen beachtlichen ersten Aufschwung bescherte.

Die Geschichte Dortmunds – das Hochmittelalter

Als im Jahre 1024 Heinrich II. kinderlos verstarb, war das sächsische Stelldichein vorüber und die Franken übernahmen erneut die Geschicke der Stadt. Leider führte dies zunächst auch zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Abschwung. Dies änderte sich erst allmählich wieder, nachdem 1074 Heinrich IV. den Wormser Juden Zollfreiheit gewährt. In Folge dessen siedelten sich zahlreiche Juden in Düsseldorf an, was alsbald der Stadt zu einem regen Handel und wirtschaftlichen Erfolg verhalf. Sein Sohn Heinrich V. verstand es jedoch mir vorzüglicher Zielstrebigkeit die Errungenschaften seiner Vorgänger zu demontieren. So verwickelte er die Stadt mal mit kriegerischen Auseinandersetzungen gegen die Sachsen, mal gegen kleinere Fürsten, die sich sogleich mir seinen Feinden verbündeten. Der Herr gibt es, der Herr nimmt es. Aber Dortmund wäre nicht Dortmund, wäre die Geschichte hier zu Ende. Unter Friedrich Barbarossa sollte sich das Blatt erneut zum Guten wenden. Barbarossa ließ die Stadt gründlich sanieren, vermutlich veranlasste er auch den Bau der Dortmunder Marienkirche, dies kann jedoch trotz nicht urkundlich belegt werden. Schließlich versah er im Jahre 1152 Dortmund mit Stadtrechte. Es folgten glorreiche Jahre bis schließlich im Jahre 1232, vermutliche durch Brandstiftung, ein Großbrand dem Höhenflug ein jähes Ende setzte.

Die Geschichte Dortmunds – das Spätmittelalter

Durch den erwähnten Brandt gingen naturgemäß auch wichtige Dokumente und Urkunden verloren. Daher kann über viele Ereignisse die zuvor stattfanden nicht immer ein genaues Bild abgegeben werden. Dies änderte sich jedoch in der darauffolgenden Zeit. Dennoch kann an dieser Stelle nur auf die wichtigsten Geschehnisse eingegangen werden. Bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts erhielt Dortmund endgültig eine eigene Gerichtsbarkeit, welche zum Ende des Jahrhunderts sogar zu einem Berufungsgericht und oberste Instanz der Region aufgewertet wurde. Am 13. Juni 1254 schloss sich Dortmund dem neugegründeten Rheinischen Städtebund an, einem Verbund aus 70 Städten, der bis 1340 bestand. In den folgenden Jahren entwickelte die Stadt eine rege Handelstätigkeit, was nicht zuletzt das Handwerk innerhalb der Mauern beflügelte. Einige Handwerker schlossen sich zu Gilden zusammen, darunter die Gerber, Becker, Fleischer und Schneider. Ein dichtes Handelsnetz entstand, das zeitweise bis nach Krakau im Osten und London im Norden reichte. Ein weiterer Großbrand, entfacht am 26. April des Jahres, konnte einem weiteren Aufschwung keinen Abbruch tun. 1299 schickte Dortmund den Bürger Heinrich Calvus als Delegierten zu wichtigen Beratungen und Verhandlungen nach Lübeck , was ein weiterer Hinweis auf den hohen Einfluss der Stadt zu dieser Zeit darstellt. In den folgenden Jahren nahm die Bevölkerung Dortmunds erheblich zu, was dazu führte das bereits 1322 mit dem Bau der vierten Pfarrkirche, der St.-Petri-Kirche, begonnen wurde.

Im Jahre 1350 erreichte eine der verheerendsten Pestepidemien der Geschichte (der „Schwarze Tod“) auch Dortmund. Dortmund kam jedoch vergleichsweise glimpflich davon, was nicht zuletzt den vergleichsweise guten hygienischen Bedingungen zu verdanken war. Dennoch musste ein Schuldiger her, er war auch schnell gefunden. Wie sooft mussten wiedereinmal die Juden als Sündenbock herhalten. Fast zynisch zu sagen, dass auch sie vergleichsweise glimpflich davonkamen, denn anders als anderorts wurden sie nicht massenweise hingerichtet, man beließ es dabei sie lediglich aus der Stadt zu vertreiben. Ein verhängnisvoller Fehler, hatten doch gerade diese Juden der Stadt zu ihrem Glanz verholfen. Nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Interessen hielt sich Dortmund in den folgenden Jahren aus zahlreichen Auseinandersetzungen und Kriegen (u.a. gege Dänemark) raus. Auch die „Große Dortmunder Fehde“ gegen den Grafen von der Mark und den Erzbischof von Köln konnte die Stadt souverän meistern. Trotz alledem waren die glorreichen Tage vorüber. Die goldenen Zeiten lagen (zunächst) in der Vergangenheit. Es ging bergab – langsam aber unaufhaltsam. Der Dreißigjährige Krieg Krieg (1618 bis 1648) gab der Stadt letztendlich den Rest, Dortmund verkam nach und nach zum sprichwörtlichen Bauerndorf. Zum Ende des 18. Jahrhunderts zählte die Stadt gerade einmal 4200 jämmerliche Seelen.


Die Geschichte Dortmunds – das 19. Jahrhundert und die industrielle Revolution

Erst mit dem Beginn der industriellen Revolution erwachte das zu diesem Zeitpunkt vollkommen heruntergekommene Dortmund aus seinem Dornröschenschlaf. Die Einwohnerzahl war zu diesem Zeitpunkt auf unter 4000 gesunken. Der Anschluss an die Cöln-Mindener Eisenbahn verhalf der Stadt zu einem vollkommen unerwarteten Wiedergeburt. Kohle wurde gefördert, Stahl wurde verarbeitet, aufs Brot kam langsam wieder Butter. Mit der Einweihung des Dortmund-Ems-Kanals im Jahre 1899 bekam die Wiedererwachte schließlich einen eigenen Hafen. Rasant wuchs Dortmund, eine Ort nach dem anderen wurde eingemeindet, das verschlafene Gesicht der Stadt bekam urbane Züge.

Die Geschichte Dortmunds – das 20. Jahrhundert

Der Zweite Weltkrieg traf Dortmund hart und mitten ins Herz. Über 100 Bombenangriffe musste die Stadt über sich ergehen lassen, das historische Zentrum wurde fast vollständig zerstört. Erneut lag Dortmund am Boden. Zeitweise wurde die Stadt von über 1000 Kampfflugzeugen gleichzeitig bombardiert. Die Schäden waren so groß, dass man zeitweise sogar in Erwägung zog die Innenstadt nicht wieder aufzubauen. Aber auch diesmal zeigte sich Dortmund erneut als Stehaufmännchen. Nee, nicht mit Dortmund! Zug um Zug wurden die Trümmer beseitigt. Schon 1950 erinnerte nicht mehr viel an den Krieg. Dortmund erstrahlte in neuem Glanz, Vollbeschäftigung war angesagt. 500.000 Einwohner zählte die Stadt, ihre Arbeiter machten sie zum größten Industriestandort Nordrhein-Westfalens. Eisen und Stahl bescherten Dortmund eine Renaissance.

Sehenswürdigkeiten in Dortmund – der Westfalenpark

Im Dortmunder Westfalenpark wird dem Besucher einiges geboten. Hauptartaktion des etwa 70 ha großen Parks im Süden der Stadt dürfte ohne Zweifel der 220 Meter hohe Fernsehturm „Florian“ sein. Von der auf 138 Metern Höhe gelegenen Aussichtsplattform mit Drehrestaurant genießen die Gäste einen einzigartigen Blick auf das Ruhrgebiet und das Sauerland. Keinesfalls sollte auf einen Besuch des Deutschen Rosenariums verzichtet werden. Hier werden über 3200 Rosenarten aus aller Welt gezüchtet und der Öffentlichkeit präsentiert. Viele Möglichkeiten bietet der Park Sport, Spiel und Spaß. Auch das kulinarische Angebot ist überwältigend. Weitere Informationen u.a. über Preise und Öffnungszeiten bietet der Park auf seiner Webseite: http://www.westfalenpark.de .

Sehenswürdigkeiten in Dortmund – die Reinoldikirche

Die Reinoldikirche ist eine dreischiffige frühgotische Basilika. Es wird vermutet, dass an der Stelle der heutigen Kirche bereits im 9. Jahrhundert eine Kirche stand, dies kann aber nicht eindeutig belegt werden. Belegt jedoch ist die Tatsache, dass die Kirche im Laufe ihrer Geschichte mehrfach zerstört und wiederaufgebaut wurde. Nahe des Choreingangs ist ein Holzstandbild des Stadtpatrons Reinholdus zu bewundern, rechts davon ein weiteres von Karl dem Großen. Beachtlich auch das bronzene Adlerpult. Dieses wurde um 1450 im Maastal angefertigt.

Sehenswürdigkeiten in Dortmund – die Marienkirche

Direkt gegenüber der Reinoldikirche befindet sich die Marienkirche aus der Zeit um 1170 mit frühgotischem Chor (um 1350). Besondere Aufmerksamkeit verdient der Berswordtaltar im nördlichen Seitenschiff, er entstand um 1395. Der Marienaltar (um 1420) wurde vom Conrad von Soest angefertigt. Mit seinen leuchtenden Gold-, Blau- und Rottönen fällt er sofort ins Auge und begeistert.

Sehenswürdigkeiten in Dortmund – das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte

Würde Michelin nicht Restaurants sondern Museen auszeichnen, so müsste das Museum für Kuns und Kulturgeschichte mit Sicherheit mit drei Sternen versehen werden. Zumindest eine Medaille für seine Vielseitigkeit hat das Museum verdient. Nebst zahlreicher Exponaten aus der Dortmunder Stadtgeschichte mit unzähligen Ausgrabungsfunden, Religiöser Kunst aus dem Mittelalter, Wohn- und Möbelkultur aus verschiedenen Epochen birgt das Museum auch in seiner Römerzeitabteilung den im Jahre 1907 entdeckten Dortmunder Goldschatz. Hierbei handelt es sich um 444 römische Goldmünzen, vorwiegend aus dem 4. Jahrhundert nach Christus.

Politischer Abriss

Dortmund ist eine Kreisfreie Stadt und gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg und somit zu Nordrhein-Westfalen. Eine politische Eigenständigkeit hat lange Tradition. Der ehrenamtliche Rat der Stadt Dortmund hat 82 Mitglieder und wird alle fünf Jahre neu gewählt. Der Rat wählt zusätzlich zu dem hauptamtlichen Bürgermeister – derzeit Ullrich Sierau (SPD) - noch zwei ehrenamtliche Bürgermeister als sein Stellvertreter. Alle großen Parteien sind in der Parteienlandschaft der Stadt vertreten.

Bildungseinrichtungen in Dortmund

Dortmund legt großen Wert auf die Bildung seiner Bürger und natürlich auch seiner Gäste. Nebst Universitäten und Hochschulen fördert die Stadt auch mehrere Forschungseinrichtungen, Bibliotheken und Schulen. Besondere Erwähnung verdienen hierbei die Technische Universität Dortmund, die Fachhochschule Dortmund sowie die FOM Hochschule für Oekonomie & Managemant, um eine unvollständige Auswahl hervorragender Einrichtungen zu treffen.

Sport in Dortmund

Selbstverständlich ist Dortmund auch für seine sportlichen Errungenschaften bekannt. Nebst dem berühmten BVB beheimatet die Stadt noch mehr als 4.500 weitere Sportvereine. So ist Dortmund beispielsweise auch Sitz des Deutschen Handballbundes oder des Deutschen Ringer Bundes. Von Fußball über Basketball, Eishockey oder Galopprennen bis Schach wird in Dortmund so ziemlich alles geboten.

BVB – der Fußballverein Borussia Dortmund

Gefürchtet, verehrt, geliebt und von manchen auch gehasst! Das ist der Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund, kurz BVB. Ursprünglich als kirchlicher Verein gedacht, wurde im Jahre 1901 bereits ein Verein gegründet. Doch erst acht Jahre später, am 9. Dezember 1909, wurde der Verein feierlich und unabhängig von der Kirche gegründet. Im Jahre 1956 gewann der BVB zum ersten Mal die deutsche Fußballmeisterschaft und konnte bis 2012 diesen Erfolg weitere siebenmal wiederholen. Auch auf der internationalen Bühne ist der BVB kein unbeschriebenes Blatt. 1966 erkämpfte er sich den Europapokal der Pokalsieger, 1997 sogar den Weltpokal und die Champions League.

Berühmte Persönlichkeiten Dortmunds

Die Liste der berühmten Persönlichkeiten der Stadt ist beeindruckend. Von Musikern, Schauspielern, Sportlern, Politikern, Wissenschaftlern oder Schriftstellern ist so ziemlich jedes Genre vertreten. Daher kann im folgenden nur ein kurzer und unvollständiger Abriss geliefert werden. Die Anordnung erfolgt so gut es geht chronologisch.

Friedrich Arnold Brockhaus – Verleger (*4. Mai 1772 – †20. August 1823)

Friedrich Arnold Brockhaus wurde am 4. Mai 1772 als Sohn eines Kaufmanns in Dortmund geboren. Zunächst startete auch der junge Brockhaus eine Lehre als Kaufmann im elterlichen Betrieb, später bei Friedrich Hoffmann in Düsseldorf. Diese Tätigkeit bereitete ihm jedoch wenig Freude, sodass er schon nach kurzer Zeit seine Ausbildung abbrach und nach Dortmund zurückkehrte. Nach zahlreichen Auseinandersetzungen mit dem Vater, lies dieser ihn letztendlich zu Studienzwecken nach Leipzig. Da Brockhaus zuvor jedoch auch das Gymnasium abgebrochen hatte, konnte er an den Vorlesungen nur als Gaststudent teilnehmen und blieb Zeit seines Lebens ohne jeglichen beruflichen Abschluss. In Leipzig besuchte der vielseitig interessierte Brockhaus Vorlesungen in Philosophie, Chemie, Physik und Mathematik. Im Jahre 1794 kehrte er schließlich zurück in seine Heimat und gründete gemeinsam mit zwei Geschäftspartnern eine erste eigende Handelsgesellschaft. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, schon nach kurzer Zeit florierte das Geschäft und erlaube Brockhaus ein eigenständiges Leben, ohne auf die Hilfe des Vaters angewiesen zu sein. Zu dieser Zeit begann Brockhaus seine vielseitigen Interessen zu entfalten und ihnen nachzugehen. Ab dem Jahre 1802 begann Brockhaus diversen verlegerischen Tätigkeiten nachzugehen und erwarb schließlich im Jahre 1808 auf einer Buchhändlermesse die Rechte an dem von Renatus Gotthelf Löbel veröffentlichtem „Conversationslexikon mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeiten“, dem Vorgänger der berühmten Brockhaus Enzyklopädie. Die unter dem Namen „Conversations-Lexikon“ Enzyklopädie war vom ersten Augenblick an ein erstklassiger Erfolg und wurde noch zu seinen Lebzeiten fünfmal neu aufgelegt. Friedrich Arnold Brockhaus starb am 20. August 1823 im Alter von 51 Jahren in Leipzig.

Wilhelm Canaris – Admiral und Widerstandskämpfer

Wilhelm Franz Canaris wurde am 1. Januar 1887 in Aplerbeck bei Dortmund (heute ein Stadtteil von Dortmund) geboren.

 

wird fortgesetzt